Sternenwerfer

unsere Sterne glühen weiß

wie die Kristalle des Schnees


aber das ist kein Schnee

Schnee glüht nicht


ich kann es nicht

glauben nicht fassen

über uns das Gewölbe

des Himmels mit seinen

funkelnden Sternen


zu unseren Füßen

die Sterne des Schreitens

ein Teppich funkelnder Sterne


wir selbst weben ihn

im Rhythmus unserer Schritte


nachts gehen

meine Kinder und ich

von Untergangkofen aus

zum Götzdorfer Bahnhof hinüber

und weiter an Höhenberg vorbei bis Berndorf


wir wollen im Wirtshaus

Sylvester feiern


es ist sehr kalt

der Weg verschneit


fünf bis zehn cm kristalliner

frisch gefallener pulveriger Schnee keine Spur vor uns

wir gehen ohne Licht


setzen sie

ungläubig und vorsichtig

damit wir nichts zerstören


aber wir zerstören nichts

die Sterne funkeln

am schönsten dort

wo der Schnee

volllkommen unberührt


so steppen wir

durch den Schnee

als Choreographen

unseres eigenen Feuerwerks

zu Sylvester

und die Sterne tanzen

im Rhythmus unserer Schritte

sie tanzen durch und mit uns


mit jedem

unserer Schritte

über ein Wegstück von

etwa tausend Meter Länge

sprühen weißglühende Funken

aus dem Schnee

unter den Sohlen

unserer Schuhe hervor


in kleinen lautlosen  Explosionen

stieben die Funken auseinander


fast so als würde man

Eisen schleifen

nur diskreter

auch glüht das Eisen

in seiner Farbe wärmer

irgendwann im Wald

verlöschen sie

wir aber haben sie gesehen

tanzen springen glühen


wir werden dergleichen

wohl nie mehr wieder sehen

aber wir haben es gesehen


mit unseren eigenen Augen

meine KInder und ich


und wir haben uns gefragt

gibt es dort oben auch einen

der mit seinen Kindern

durch den Schnee geht

so wie wir