Zu meinen Werkzeugen habe ich ein besonderes Verhältnis. Mein Vater, ein gelernter Gürtler und Ziseleur, hat mir zwei Hämmer hinterlassen, einen sehr kleinen feinen, mit schlank tailliertem Stiel, der zum unteren Drittel hin handfreundlich anschwillt um sich seinem Ende hin fast zu einer Spitze verjüngen. Sein Kopf, nur 100 Gramm schwer, ist gehärtet, die Finne schlank und elegant, die Bahn leicht ballig mit acht abgerundeten Ecken. Von besonderer Schönheit ist der Treibhammer, ein kleiner kugeliger Kopf – auf der einen Seite, ein großer halbierter mit runder Bahn auf der anderen – eine kleine sinnreiche Skulptur. Der Hammerstiel, fein und fast zerbrechlich zart in seiner Mitte, damit er weich federnd die Punzen trifft, verdickt sich zu einem balligen Ende, damit das Werkzeug perfekt in der Hand liegt - in meines Vater Hand lag. Er hat die Hämmer selber gemacht, so wie er vieles selber gemacht hat, im ersten und im zweiten Krieg, in den schlechten Zeit danach und dazwischen. Nun habe ich meine eigenen Vorstellungen von Stichel und Schaber und Co. Lasse mir Radiernadeln schmieden wie Panzerbrecher so schwer die Grate so scharf und hoch aufwerfen, dass meinem Drucker beim Auswischen der Platten die Hände bluten wie die Linien in meinen Kalten Nadeln.

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