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Kunst, die unscheinbar sein will


Ausstellung des Bildhauers Anton Kirchmair

in Untergangkofen bei Landshut


Zu den ungewöhlichsten Ausstellungsstücken bei der „Großen Ostbayrischen Kunstausstellung“ in Regensburg gehörten in diesem Jahr zwei Heraklith-Objekte Anton Krichmairs. Aus dem alltäglich-banalen Baumaterial hatte Kirchmair an Flugzeugtriebwerke erinnernde „Kreisbogen-formen“ herausgeschnitten, die ganz und gar dem wider-sprachen, was traditionell unter dem Begriff Skulptur sub-summiert wird. Kein Marmar und kein Edelmetall gaben

die Aura des Kostbaren, die Objekte lehnten einfach an

der Wand, als seien sie achtlos beisete gestellte Über-reste eines industriellen Fertigungsprozesses.


Anton Kirchmair ist Purist, seine Kunst unaufdringlich

und streng. Das zeigt sich auch jetzt bei einer Atelieraus-stellung des Künstlers......Es handelt sich dabei um fünf Skulpturen bzw. Skulpturengruppen und um rund achzig Zeichnungen, in denen Einflüsse der Arte Povera und der Minimal Art zur Geltung kommen.


Hatte Anton Kirchmair in seinen künstlerischen Anfängen stark auf motorische Gesten gesetzt, nimmt er sich nun völlig zurück. Bei einem „Projekt Kurbelwelle“ hatte er durch kraftvolle, kreisende Malbewegungen serielle Bilder gestaltet, die aber durch den Bewegungsablauf sehr vital wirkten. Die jetzigen Arbeiten dagegen vermitteln den Eindruck völliger Ruhe. In ihrer Reduziertheit erinnern sie an japanische und chinesische Traditionen. Dieser medi-tative Charakter zeigt sich vor allem in den Skulpturen.

Es handelt sich um in Stücke abgelängte Eisenrohre,

deren Enden durch Schmieden wulstig ausgestült sind. Diese Rohrstücke werden aufeinandergetürmt, sthen teils frei, teils werden sie an die Wand gelehnt. Industrieprodukt wird auf diese Weise bverfremdet, bekommet einen völlig anderen Charakter, könnte das Ergebnis eines vegetativen Wachstumprozesses sein, wirkt würdevoll und archaisch.


In den Zeichnungen, die Kirchmair nicht als Vorstudfien

zu den Skulpturen wissen will, tauchen ähnliche Elemente auf. Es geht um die Aneinanderreihung von einzelnen Gliedern, um den Rhythmus, um die Abfolge von Hell und Dunkel Die nebeneinander angeordneten Zeichnungen

mit ihren minimalen Varianten lassen nicht sofort daran denken, dass hier die Hand eines Künstlers im Spiel war. Es könnte sich bei ihnen auch um die Darstellung medi-zinischer Untersuchungsergebnisse oder sonstiger naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse handeln, etwa um die Entschlüsselung genetischer Bausteine.


Anton kirchmair setzt ganz beweußt auf eine „unspektukuläre Arbeitsweise“. Seine Bilder und Objekte sind sind unaufdringlich. Man muß sich auf ihren spröden Reiz einlassen. Dass Minimalisten und Konzeptkünstler „ eher Mystiker als Rationalisten“ seinen hat schon Sol Le Witt eingeräumt. Das gilt auch für Anton Kirchmair. Seine Arbeiten könnten könnten die Kultgegenstände einer auf innere Versenkung abzielende Religion sein.


lb


Mittelbayerische Zeitung