Vom Zeichnen in Finsternis


Viele meiner Zeichnungen entstehen blind oder halbblind.

Warum?

Weil ich meist blind bin, wenn ich sehe und oft besser sehe, wenn ich blind bin. Warum?

Weil ich als Sehender, ob ich will oder nicht, allzu oft meinen vorgefertigten Bildern folge. Den Bildern, die lange schon in meinem Kopf wohnen,

sich eingenistet, breit gemacht haben. Aber wenn ich die Augen schließe und meinen Stift bitte meinen Gedanken zu folgen, meinen Bewegungen, meinen Rhythmen und wenn ich bei ihnen bleibe, ganz und nah und auf den Stift höre, dann, ja manchmal dann, entstehen Arbeiten, auf die ich sehend nie gekommen wäre. An manchen von ihnen arbeite ich sehend weiter, wie hier auf diesem.